Immer wieder hört man folgenden Einwand:
P1: Veganen Menschen ist es wichtig Leid zu minimieren
P2: Die vegane Lebensweise schliesst nur den Konsum pflanzlicher Produkte ein.
P3: Pflanzen spüren auch Schmerz
---
K: Die vegane Moralvorstellung ist inkonstistent.
Ich werde diesen Schluss nun kritisieren.
1. Das Pflanzen Leid empfinden können ist nicht nachgewiesen (zumindest soweit ich weiss, lasse gerne mich eines besseren belehren)
2. Wenn Pflanzen Leid empfinden können, dann tun sie das wahrscheinlich weniger stark als Tiere. Dazu gehört auch noch:
3. Wenn wir den Umweg über tierliche Produkte wählen, müssen viel mehr Pflanzen sterben als wenn wir uns alle direkt über Pflanzen ernähren.
Versteht mich bitte nicht falsch. Ich behaupte nicht, dass eine Pflanze kein Lebewesen ist, aber mir geht es als Utilitarist um die Minimierung von Leid. Ich glaube, dass eine vegane Lebensweise weniger Leid verursacht, als eine durchschnittliche omnivore Lebensweise.
Nicht umsonst wirbt eine Tierrechtsorganisation mit dem Slogan: "Veganismus rettet Tier- und Pflanzenleben."
Der Blog von Johannes Leutenegger über Politik und Pop-Kultur, manchmal auch beides.
Montag, 14. Oktober 2013
Freitag, 11. Oktober 2013
NS-Verbrecher Erich Priebke ist tot.
Ich hatte ja schnon einmal hier und auch hier über Priebke geschrieben. Priebke ist im Alter von 100 Jahren gestorben.
Man sollte sich nicht über den Tod einer Person freuen, aber in diesem Fall trauere ich nicht.
Focus-Online schreibt:
Zeit-Online (vom 11.10.2013)
Spiegel-Online (vom 11.10.2013)
LaRepublica (vom 11.10.2013)
Man sollte sich nicht über den Tod einer Person freuen, aber in diesem Fall trauere ich nicht.
Focus-Online schreibt:
Der frühere SS-Offizier und in Italien als Kriegsverbrecher verurteilte Erich Priebke ist tot. Er starb im Alter von 100 Jahren, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Freitag unter Berufung auf seinen Anwalt Paolo Giachini berichtete. (Quelle)Weitere Artikel:
Zeit-Online (vom 11.10.2013)
Spiegel-Online (vom 11.10.2013)
LaRepublica (vom 11.10.2013)
Donnerstag, 3. Oktober 2013
Rezension: Eric Hobsbawn: Das Zeitalter der Extreme – Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts
Erster Teil: Das Katastrophenzeitalter
Mit dem „Katastrophenzeitalter“ meint Hobsbawn die Zeit der beiden Weltkriege, die Leid verursacht haben, in einem noch die dagewesenen Ausmass. Ein Viertel der unter fünfundzwanzigjährigen Studenten von Oxford und Cambridge, die in den Krieg eingezogen wurden, wurden beispielsweise im ersten Weltkrieg getötet (S.43). Besonders solche britischen Oberschichtler seien sehr oft Gentlemen gewesen und seien vor ihren Soldaten in den Kampf gerannt und wurden daher relativ oft getötet.
Wenn man all den schrecklich hohen Verlustzahlen, wie zum Beispiel im ersten Weltkrieg 116‘000 tote US-Amerikaner, 1,6 Millionen tote Franzosen 800‘000 tote Briten und 1,8 Millionen tote Deutsche (S.43) liest, macht das Eindruck. Aber ehrlicherweise muss man zugeben, dass diese Statistik mit den toten Eliteuniversitäts-Studenten, viel persönlicher und daher stärker wirkt.
Die Zeit bis 1945 ist auch ein „Untergang des Liberalismus“ und gleichzeitig ein Sieg des Faschismus. Hobsbawn schreibt, dass nur weil die liberal-demokratischen Kräfte versagt haben, der Faschismus so stark werden konnte. Ich denke, das ist ja heute Konsens in der Forschung.
Mit dem „Katastrophenzeitalter“ meint Hobsbawn die Zeit der beiden Weltkriege, die Leid verursacht haben, in einem noch die dagewesenen Ausmass. Ein Viertel der unter fünfundzwanzigjährigen Studenten von Oxford und Cambridge, die in den Krieg eingezogen wurden, wurden beispielsweise im ersten Weltkrieg getötet (S.43). Besonders solche britischen Oberschichtler seien sehr oft Gentlemen gewesen und seien vor ihren Soldaten in den Kampf gerannt und wurden daher relativ oft getötet.
Wenn man all den schrecklich hohen Verlustzahlen, wie zum Beispiel im ersten Weltkrieg 116‘000 tote US-Amerikaner, 1,6 Millionen tote Franzosen 800‘000 tote Briten und 1,8 Millionen tote Deutsche (S.43) liest, macht das Eindruck. Aber ehrlicherweise muss man zugeben, dass diese Statistik mit den toten Eliteuniversitäts-Studenten, viel persönlicher und daher stärker wirkt.
Die Zeit bis 1945 ist auch ein „Untergang des Liberalismus“ und gleichzeitig ein Sieg des Faschismus. Hobsbawn schreibt, dass nur weil die liberal-demokratischen Kräfte versagt haben, der Faschismus so stark werden konnte. Ich denke, das ist ja heute Konsens in der Forschung.
Zweiter Teil: Das Goldene Zeitalter
Mit dem „Goldenen Zeitalter“ meint Hobsbawn die Zeit nach dem Krieg, die erst rückblickend als einer der wirtschaftlich bedeutensten Zeitabschnitte der Menschheit erscheint, wenn sie nicht sogar die bedeutendste ist.
Diese Zeit ist auch vom Kalten Krieg geprägt. Der „Weltsozialismus“ und der „Weltkapitalismus“ duellieren sich im Fernduell. Hobsbawn hält dennoch fest, dass die beiden Lager ihre Grenzen akzeptiert haben.
Ebenfalls beleuchtet wird der „real existierende Sozialismus“. Immer wieder wird der interessante Gedanke aufgeworfen, dass viele Experten auch im Westen davon ausgingen, dass „der Sozialismus“ den „Weltkapitalismus“ überholen würde, wirtschaftlich gesehen.
„Und in den ersten fünfzehn Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Wirtschaften des ‚sozialistischen Lagers‘ beträchtlich schneller als die des Westens – so viel schneller, dass der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow und selbst der britische Premierminister Harold Macmillan ernsthaft davon überzeugt waren, dass – während die Kurve der Wachstumsrate immer weiter nach oben zeigte – die sozialistische Produktion die kapitalistische in absehbarer Zeit überholt haben würde. Mehr als nur ein Wirtschaftsexperte musste sich in den fünfziger Jahren fragen, ob so etwas nicht tatsächlich eintreten würde.“ (S.471)
Solche Gedanken habe ich mir bisher selten gemacht. Aber Hobsbawn kritisiert später im Buch auch die UdSSR. Beispiel: „[…] während rein bäuerliche Agrarbetriebe oft mit grösserem Erfolg Subventionen von Regierungen ernteten als Profiten von den Feldern.“ (S.479)
(Das spiegelt in meinen Augen auch gut die Situation in der Schweiz dar.)
An „Das Zeitalter der Extreme“ überzeugt neben der unglaublich breiten Kompetenz (welche manchmal schon fast erdrückend ist) die Fähigkeit von Eric Hobsbawn einen Sachverhalt auf den Punkt zu bringen.
Mit dem „Goldenen Zeitalter“ meint Hobsbawn die Zeit nach dem Krieg, die erst rückblickend als einer der wirtschaftlich bedeutensten Zeitabschnitte der Menschheit erscheint, wenn sie nicht sogar die bedeutendste ist.
Diese Zeit ist auch vom Kalten Krieg geprägt. Der „Weltsozialismus“ und der „Weltkapitalismus“ duellieren sich im Fernduell. Hobsbawn hält dennoch fest, dass die beiden Lager ihre Grenzen akzeptiert haben.
Ebenfalls beleuchtet wird der „real existierende Sozialismus“. Immer wieder wird der interessante Gedanke aufgeworfen, dass viele Experten auch im Westen davon ausgingen, dass „der Sozialismus“ den „Weltkapitalismus“ überholen würde, wirtschaftlich gesehen.
„Und in den ersten fünfzehn Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Wirtschaften des ‚sozialistischen Lagers‘ beträchtlich schneller als die des Westens – so viel schneller, dass der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow und selbst der britische Premierminister Harold Macmillan ernsthaft davon überzeugt waren, dass – während die Kurve der Wachstumsrate immer weiter nach oben zeigte – die sozialistische Produktion die kapitalistische in absehbarer Zeit überholt haben würde. Mehr als nur ein Wirtschaftsexperte musste sich in den fünfziger Jahren fragen, ob so etwas nicht tatsächlich eintreten würde.“ (S.471)
Solche Gedanken habe ich mir bisher selten gemacht. Aber Hobsbawn kritisiert später im Buch auch die UdSSR. Beispiel: „[…] während rein bäuerliche Agrarbetriebe oft mit grösserem Erfolg Subventionen von Regierungen ernteten als Profiten von den Feldern.“ (S.479)
(Das spiegelt in meinen Augen auch gut die Situation in der Schweiz dar.)
An „Das Zeitalter der Extreme“ überzeugt neben der unglaublich breiten Kompetenz (welche manchmal schon fast erdrückend ist) die Fähigkeit von Eric Hobsbawn einen Sachverhalt auf den Punkt zu bringen.
Dritter Teil: Der Erdrutsch
Dieses „goldene Zeitalter“ endet, gemäss Hobsbawn abrupt im Jahr 1973. So schreibt er: „Die Geschichte des 20. Jahrhunderts war seit 1973 die Geschichte einer Welt, die ihre Orientierung verloren hat und in Instabilität und Krise geschlittert ist.“ (S.503)
Bisher hatte ich mir gar nicht so vor Augen geführt, dass es in den 1970er Jahren als auch in den 1980er Jahren einige Krisen gab. Doch seit ich Hobsbawn gelesen habe, wurde mir immer mehr klar, wie es gewesen sein könnte. (Die Krisen spiegeln sich natürlich auch in der Schweiz wieder, was ich letztens auch in der Arbeitslosenentwicklung der Schweiz in den letzten 80 Jahren gesehen habe.)
Dieser Teil schliesst auch das „Ende des Sozialismus“ mit ein. Schlussendlich, schreibt, dass der Sozialismus darunter gelitten hätte, dass der Staat dem Verbraucher vorgeschrieben hätte, was er brauche. (S.616)
Das Kapitel über das Ende des Sozialismus hat mich stark beeindruckt. Hobsbawn stellt sich aufrichtig die Frage, ob damit nicht auch der Sozialismus als Ganzes gescheitert ist. Das gescheiterte Experiment des „real existierenden Sozialismus“ sei zu trennen von der generellen Frage des Sozialismus (S.616)
Zum Schluss zitiert Hobsbawn den Ökonomen Oscar Lang der aus den USA in sein Geburtsland Polen zurückgegangen ist, um beim Aufbau des Sozialismus mitzuhelfen: „[…] Hat es eine Alternative zu den wahllosen, brutalen und im Grunde völlig planlosen Vorwärtssturm des ersten Fünfjahresplans gegeben? Ich wollte, ich könnte die Frage bejahen, aber das kann ich nicht. Ich weiss einfach keine Antwort.“ (S.617)
Hier kaufen:
Das Zeitalter der Extreme: Weltgeschichte des 20. JahrhundertsDieses „goldene Zeitalter“ endet, gemäss Hobsbawn abrupt im Jahr 1973. So schreibt er: „Die Geschichte des 20. Jahrhunderts war seit 1973 die Geschichte einer Welt, die ihre Orientierung verloren hat und in Instabilität und Krise geschlittert ist.“ (S.503)
Bisher hatte ich mir gar nicht so vor Augen geführt, dass es in den 1970er Jahren als auch in den 1980er Jahren einige Krisen gab. Doch seit ich Hobsbawn gelesen habe, wurde mir immer mehr klar, wie es gewesen sein könnte. (Die Krisen spiegeln sich natürlich auch in der Schweiz wieder, was ich letztens auch in der Arbeitslosenentwicklung der Schweiz in den letzten 80 Jahren gesehen habe.)
Dieser Teil schliesst auch das „Ende des Sozialismus“ mit ein. Schlussendlich, schreibt, dass der Sozialismus darunter gelitten hätte, dass der Staat dem Verbraucher vorgeschrieben hätte, was er brauche. (S.616)
Das Kapitel über das Ende des Sozialismus hat mich stark beeindruckt. Hobsbawn stellt sich aufrichtig die Frage, ob damit nicht auch der Sozialismus als Ganzes gescheitert ist. Das gescheiterte Experiment des „real existierenden Sozialismus“ sei zu trennen von der generellen Frage des Sozialismus (S.616)
Zum Schluss zitiert Hobsbawn den Ökonomen Oscar Lang der aus den USA in sein Geburtsland Polen zurückgegangen ist, um beim Aufbau des Sozialismus mitzuhelfen: „[…] Hat es eine Alternative zu den wahllosen, brutalen und im Grunde völlig planlosen Vorwärtssturm des ersten Fünfjahresplans gegeben? Ich wollte, ich könnte die Frage bejahen, aber das kann ich nicht. Ich weiss einfach keine Antwort.“ (S.617)
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Dienstag, 1. Oktober 2013
Rezension: Klaus Petrus: Tierrechtsbewegung
Klaus Petrus beschäftigt sich mit der Geschichte der
Bewegung, legt besonders Wert auf die Ursprünge im 19. Jahrhundert, was
insofern besonders ist, weil heute in vielen theoretischen Einführungen steht,
dass die moderne Tierrechtsbewegung erst in den 1970er-Jahren entstanden ist.
Das ist zumindest teilweise richtig, aber schon um die Jahrhundertwende machte
man sich Gedanken zu Vegetarismus und Veganismus und damit der Frage um die
richtige Strategie. In den siebziger Jahren stiegen dann die Gelehrten in die
Diskussion ein. Nennenswert ist sicherlich das Werk „Animal Liberation“ von
Peter Singer aus dem Jahr 1975.
In den Achtzigern wird die Bewegung immer besser organisiert.
Es entstehen überall Ableger der radikalen Animal Liberation Front (ALF) oder
1981 wird PETA gegründet. Man macht medienwirksam Fotos und Videos der
verschiedenen Aktionen. Man spricht auch von einer „Zweiten Welle“ in Bezug auf
die Tierethik. Die Rechte-Theorie von Regan und die utilitaristische
Herangehensweise von Singer wurden vermischt oder konkurriert von
herrschaftskritischen Überlegungen wie den Abolitionismus.
Interessant ist auch Petrus grobe dreiteilige Ordnung der
Bewegung:
1.
Tierschutz
2.
Tierrechte
3.
Tierbefreiung
Es gibt m.E. kein vergleichbares Werk in dieser Prägnanz auf
dem deutschsprachigen Markt. Auf ca. 80 Seiten die Tierrechtsbewegung und all
ihre Facetten zu beleuchten ist, sehr schwierig, aber es ist Klaus Petrus
gelungen. Das Buch lässt sich sehr gut lesen und ist gut gegliedert.
Als Utilitarist, der von Peter Singer für den Speziesismus
sensibilisiert wurde, bin ich mit dem neutralen Umgang mit den verschiedenen
Theorien zufrieden. Viele Autoren können sich es nicht verkneifen, den
Utilitarismus bei solchen Einführungen zu problematisieren.
Sonntag, 22. September 2013
Zur desolaten Fanpolitik des FC Wil
Gestern beim Spiel gegen Schaffhausen kam mir die Idee, diesen Artikel zu schreiben, denn ich bin überhaupt nicht mehr einverstanden mit der Fanarbeit des FC Wils, insbesondere was die Vergabe von Stadionverboten und den Umgang mit solchen Leuten angeht.
Vor einiger Zeit bekam eine Person Stadionverbot. Um uns mit dieser Person (nennen wir sie Person A) zu solidarisieren, wie man das eben bei Fussballfans macht, hängten wir an jedem Spiel ein Banner mit der Aufschrift "Ady immer einer von uns" auf. Doch beim Spiel gestern gegen den FC Schaffhausen, kam vom Verein die Anweisung bei der Eingangskontrolle über Funk, dass dieses Transparent nicht ins Stadion darf. Was ist mir freier Meinungsäusserung? Ist es irgendein Banner, dass irgendjemanden verletzt? Hat es irgendwelche Nazi-Symbole drauf? Nein! Ich wäre der erste, der sich gegen ein solches Banner wehren würde.
Zu diesem seltsamen Verhalten der Vereinsverantwortlichen, kommt dazu, dass beim letzen Spiel gegen Winterthur nocheinmal Stadionverbote ausgesprochen wurden. Um es ganz am Anfang klar zu sagen: Ich war an diesem Spiel nicht dabei, ich stütze mich also auf Aussagen, die ich gehört habe.
Scheinbar wird gerade an einigen Personen ein Exempel statuiert. Person B, hat in betrunkenem Zustand scheinbar ein paar Polizisten angegriffen und nun hat er, neben einer strafrechtlichen Verfolgung, noch drei Jahre Stadionverbot, das ist die Höchststrafe am Hals. Person C hielt, so wurde mir gesagt, Person B zurück. Person C bekam ebenfalls drei Jahre Stadionverbot. Wo bleibt die Verhältnismässigkeit?
Das schlimme an Stadionverboten ist ja, dass man dagegen kaum Rekurs und wenn doch, hat es keine aufschiebende Wirkung. Der Willkür werden Tür und Tor geöffnet.
Vor einiger Zeit bekam eine Person Stadionverbot. Um uns mit dieser Person (nennen wir sie Person A) zu solidarisieren, wie man das eben bei Fussballfans macht, hängten wir an jedem Spiel ein Banner mit der Aufschrift "Ady immer einer von uns" auf. Doch beim Spiel gestern gegen den FC Schaffhausen, kam vom Verein die Anweisung bei der Eingangskontrolle über Funk, dass dieses Transparent nicht ins Stadion darf. Was ist mir freier Meinungsäusserung? Ist es irgendein Banner, dass irgendjemanden verletzt? Hat es irgendwelche Nazi-Symbole drauf? Nein! Ich wäre der erste, der sich gegen ein solches Banner wehren würde.
Zu diesem seltsamen Verhalten der Vereinsverantwortlichen, kommt dazu, dass beim letzen Spiel gegen Winterthur nocheinmal Stadionverbote ausgesprochen wurden. Um es ganz am Anfang klar zu sagen: Ich war an diesem Spiel nicht dabei, ich stütze mich also auf Aussagen, die ich gehört habe.
Scheinbar wird gerade an einigen Personen ein Exempel statuiert. Person B, hat in betrunkenem Zustand scheinbar ein paar Polizisten angegriffen und nun hat er, neben einer strafrechtlichen Verfolgung, noch drei Jahre Stadionverbot, das ist die Höchststrafe am Hals. Person C hielt, so wurde mir gesagt, Person B zurück. Person C bekam ebenfalls drei Jahre Stadionverbot. Wo bleibt die Verhältnismässigkeit?
Das schlimme an Stadionverboten ist ja, dass man dagegen kaum Rekurs und wenn doch, hat es keine aufschiebende Wirkung. Der Willkür werden Tür und Tor geöffnet.
Mittwoch, 18. September 2013
[SPOILER] Review: "Breaking Bad S05E14"
Die Serie geht langsam zu Ende.
Manche bezeichneten den Cliffhanger von Episode 13 als den schlimmsten der ganzen Serie. Er ist unzweifelbar einer der schlimmsten.
Nun wissen wir, wie es rausgekommen ist. Es hat mich gestern, als ich die Folge geschaut habe, sehr traurig gemacht. Als Flyn herausgekriegt hat, dass Hank tot ist, habe ich sogar geweint, was bei Filmen bei mir so gut wie nie vorkommt.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich onst schon gestresst drauf war und dann summierte sich das zu dieser Reaktion.
Wie dem auch sei. Ich glaube, dass es sehr schwierig wird, das ganze Finale in zwei letzte Folgen zu quetschen. Aber ich bin gespannt, wie es ausgehen wird, besonders, weil der Handlungsstrang in der Zukunft nicht weiter aufgegriffen wird.
Walt hat jetzt zum ersten Mal realisiert, was für verdammte Scheisse er gebaut hat. Es ist zu spät, trotzdem ist es gut, weil man merkt, dass er noch ein mitfühlender Mensch ist und nicht nur ein mordendes Monster.
Die Leistung der Darsteller wieder einmal phänomenal.
Manche bezeichneten den Cliffhanger von Episode 13 als den schlimmsten der ganzen Serie. Er ist unzweifelbar einer der schlimmsten.
Nun wissen wir, wie es rausgekommen ist. Es hat mich gestern, als ich die Folge geschaut habe, sehr traurig gemacht. Als Flyn herausgekriegt hat, dass Hank tot ist, habe ich sogar geweint, was bei Filmen bei mir so gut wie nie vorkommt.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich onst schon gestresst drauf war und dann summierte sich das zu dieser Reaktion.
Wie dem auch sei. Ich glaube, dass es sehr schwierig wird, das ganze Finale in zwei letzte Folgen zu quetschen. Aber ich bin gespannt, wie es ausgehen wird, besonders, weil der Handlungsstrang in der Zukunft nicht weiter aufgegriffen wird.
Walt hat jetzt zum ersten Mal realisiert, was für verdammte Scheisse er gebaut hat. Es ist zu spät, trotzdem ist es gut, weil man merkt, dass er noch ein mitfühlender Mensch ist und nicht nur ein mordendes Monster.
Die Leistung der Darsteller wieder einmal phänomenal.
Dienstag, 17. September 2013
Zur Initiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache"
Das Initiativkomitee schreibt im Argumentarium auf Seite drei, dass ein Embryo, gemäss Europäischen Gerichtshof, eine "Menschenwürde" und daher verstosse die Finanzierung von Abtreibung gegen jede Ethik. Ausser, dass dieser letzte Nebensatz, so sicher nicht gilt, habe ich folgende Einwände:
Und natürlich, ist es falsch mit den Kosten zu argumentieren. Folgende Einwände
Ich denke aber, dass man sogar komplett gegen Abtreibungen sein kann. Wenn man jegliches Leid vermeiden will, und ausblendet, was für Leid es für ein Kind bedeutet, wenn die Mutter das Kind wirklich nicht bekommen wollte, dann müsste man aber auch in Drittweltländern radikal angreifen und vor allem, sage ich als Tierrechtler, müsste man auch aufhören das Leid der Tiere zu ignorieren. Doch wir wissen, dass das bei weiten Teilen des Initiativkomitees nicht so aussieht. Ich gehe davon, aus das niemand im Initiativkomitee sich vegetarisch ernährt. Die meisten Leute haben eine ziemlich inkonsistente Moral, aus meiner Perspektive gesehen. Sie sehen das natürlich anders, weil sie SpeziesistInnen sind.
Manche würden vielleicht einwenden: "Du bist doch selber ein Heuchler! Du bist gegen Fleisch und doch für Abtreibungen!" Für mich ist das keine inkonsistente Moral. Es gibt tatsächlich Gründe ein Lebewesen zu töten. Der Tyrannenmord ist so ein klassisches utilitaristisches Beispiel. Oder eben Abtreibungen, wenn eine Frau (möglicherweise mit ihrem Partner) wirklich nicht für ein Kind sorgen kann und/oder will. Dann ist es ein legitimer Grund etwas zu töten. Was hingegen kein guter Grund ist, ist der Geschmack, ein Hauptargument für den Fleischkonsum, finden zumindest die Omnivoren.
Ich bin dagegen Abtreibungen zu verharmlosen, ich bin aber auch dagegen, Abtreibungen grundsätzlich als schlecht anzuschauen. Daher bin ich für eine Beibehaltung der heutigen Regelung.
- "Menschenwürde" allein garantiert m.E. kein "Recht auf Leben", dazu braucht man Bewusstsein, Autonomie, Lust- und Schmerzempfinden (vgl. Singer: Praktische Ethik, Kapitel 7). Ein Embryo hat nur Bewusstsein und Schmerzempfinden. Menschen nur wegen ihrer Zugehörigkeit zur Spezies "Mensch" zu bevorzugen, das nennt man im "Speziesismus" analog zu anderen "-ismen" wie Rassismus oder Sexismus.
- Warum spricht die Finanzierung von Abtreibungen gegen die "Moral"? Wieso nicht die Praxis an sich? Versteht mich nicht falsch, aber das ist genau mein Problem. Den Initianten geht es darum, Abtreibungen zu minimieren (vgl. S. 1 im Argumentarium) oder am liebsten gleich ganz zu verbieten. Das ist revisionistisch und konservativ. Passend dazu macht auch mein Lieblings-Nationalrat Jakob Büchel mit, der sich schon gegen die Sexualisierung der Schule gewehrt hat.
Und natürlich, ist es falsch mit den Kosten zu argumentieren. Folgende Einwände
- Geld sollte in dieser Frage keine Rolle spielen
- Es geht um 8 Millionen Franken. Die Prämien würden vielleicht um einige Promille sinken, wenn überhaupt.
- Klar Verschwendung ist Verschwendung, auch wenn die Verschwendung klein ist, aber ich denke die 8 Millionen sind gut investiertes Geld in die Freiheit (vgl. auch mit Punkt 1).
Ich denke aber, dass man sogar komplett gegen Abtreibungen sein kann. Wenn man jegliches Leid vermeiden will, und ausblendet, was für Leid es für ein Kind bedeutet, wenn die Mutter das Kind wirklich nicht bekommen wollte, dann müsste man aber auch in Drittweltländern radikal angreifen und vor allem, sage ich als Tierrechtler, müsste man auch aufhören das Leid der Tiere zu ignorieren. Doch wir wissen, dass das bei weiten Teilen des Initiativkomitees nicht so aussieht. Ich gehe davon, aus das niemand im Initiativkomitee sich vegetarisch ernährt. Die meisten Leute haben eine ziemlich inkonsistente Moral, aus meiner Perspektive gesehen. Sie sehen das natürlich anders, weil sie SpeziesistInnen sind.
Manche würden vielleicht einwenden: "Du bist doch selber ein Heuchler! Du bist gegen Fleisch und doch für Abtreibungen!" Für mich ist das keine inkonsistente Moral. Es gibt tatsächlich Gründe ein Lebewesen zu töten. Der Tyrannenmord ist so ein klassisches utilitaristisches Beispiel. Oder eben Abtreibungen, wenn eine Frau (möglicherweise mit ihrem Partner) wirklich nicht für ein Kind sorgen kann und/oder will. Dann ist es ein legitimer Grund etwas zu töten. Was hingegen kein guter Grund ist, ist der Geschmack, ein Hauptargument für den Fleischkonsum, finden zumindest die Omnivoren.
Ich bin dagegen Abtreibungen zu verharmlosen, ich bin aber auch dagegen, Abtreibungen grundsätzlich als schlecht anzuschauen. Daher bin ich für eine Beibehaltung der heutigen Regelung.
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