Montag, 21. November 2016

Review: "Trumbo (2015)"

Dalton Trumbo (Bryan Cranston) in seiner kreativen Phase in der Badewanne: Bitte nicht stören!
Dalton Trumbo (Bryan Cranston) war ein bedeutender Drehbuchautor, er hatte aber ein Problem: Er war Mitglied der Kommunistischen Partei der USA. Zum Beginn des Kalten Krieges geriet er mit anderen Kollegen ins Visier des Komitees gegen unamerikanische Umtriebe. Sie sollten vor dem Kongress zu ihrer poltischen Einstellung aussagen. Trumbo und seine Kollegen, die später als "Hollywood Ten" bezeichnet werden, weigern sich mit verweis auf das First Amendment (Freie Meinungsäusserung etc.) darüber Auskunft zu geben. Sie werden wegen Missachtung des Kongresses verurteilt, der Supreme Court stützt dieses Urteil. Trumbo landet elf Monate im Gefängnis und wird danach auf der Schwarzen Liste geführt, auf welcher sogenannte "Rote" aufgelistet wurden, damit diese keine Job bekommen in der Unterhaltungsbranche. Der Film behandelt Trumbos Leben auf der Schwarzen Liste. Er schrieb jahrelang unter zahlreichen Pseudonymen. Zweimal bekam er so für ein Drehbuch sogar einen Oscar, ohne dass er dafür gewürdigt wurde.

Der Film ist trotz des ernsten Themas sehr unterhaltsam. Am besten hat mir John Goodmann als Frank King gefallen. Frank King war einer der Produzenten, die Trumbo die Drehbücher abnahmen, obwohl sie das offiziell nicht so machen konnten. Die Produktionsfirma von King (King Brothers) scheint recht viele Schundfilme produziert zu haben. Als Trumbo, ein gestandener Drehbuchautor, bei King im Büro auftaucht und King anbietet für ihn zu arbeiten, ist die erste Reaktion, dass er sich dies nicht leisten könne. Auf die Frage von Trumbo, wieviel das Drehbuch für den Film auf dem Plakat hinter King gekostet habe, sagt King 120 Dollar. Trumbo ist mit diesem Betrag einverstanden und der Spass beginnt. Trumbo produziert massenhaft Schund.

Der Film bietet einen guten Rückblick in ein Zeitalter des extremen Antikommunismus. Leider wird sehr wenig auf die politischen Inhalte von Trumbo und seinen Kollegen eingegangen. Aber ich glaube der Film zeigt dennoch, warum man sich auch bis in die bürgerliche Mitte gegen Berufsverbote aussprechen muss.
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