Samstag, 5. März 2016

Warum die "Hornkuhinitiative" bekämpft werden muss

Zwei Kühe, nota bene ohne Hörner. (CC0, Pixelsepp)
Gemäss Aargauer Zeitung kommt die sogenannte "Hornkuhinitiative" zustande. Ich halte diese Initiative für sehr bedenklich. Ich werde versuchen mit diesem Artikel zu illustrieren warum.

Entschädigung für TierhalterInnen?
2014 wurden die direkten Tierbeiträge bei den Subventionen für die Landwirtschaftsbetrieben abgeschafft. Die Bauern und Bäuerinnen bekommen neu nur noch für bestimmte Leistungen Direktzahlungen. Das ist immerhin besser als Anreize für immer mehr Tiere zu geben. Denn mehr Tiere bedeutet mehr Umweltbelastung, Ineffizienz und letztlich auch tierliches Leid.

Nun will die Hornkuhinitiative durch die Hintertür wieder einen versteckten Tierbeitrag einführen. Für jede Kuh, Ziege und so weiter, die nicht enthornt werden sollen die Bauern eine Entschädigung bekommen.

Der Wortlaut der Initiative:
Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert: Art.104 Abs. 3 Bst. b
3 Er [der Bund] richtet die Massnahmen so aus, dass die Landwirtschaft ihre mulifunktionalen Aufgaben erfüllt. Er hat insbesondere folgende Befugnisse und Aufgaben:
b. Er fördert mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produkionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind; dabei sorgt er insbesondere dafür, dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen. (Quelle)
 Es ist letztlich etwas was VeganerInnen verhindern möchten, nämlich Leuten Geld für das Halten von Tieren zu geben.

Tierhaltung nicht reformieren, sondern abschaffen
Auf der einen Seite ist es eine gute Sache, dass die Enthornungen aufhören, welche für die Tiere mit massiven Schmerzen verbunden sind. Andererseits müssen wir einsehen, dass Tierhaltung grundsätzlich ein Problem ist.

Beispielsweise können Kühe sage und schreibe 25 Jahre (!) alt werden, schaffen in den meisten Fällen nur fünf Jahre in der Milchindustrie. Bei solchen Zahlen sollte uns klar werden, dass die Enthornung ein vergleichsweise kleines Problem ist.

Die vegane Bewegung und die Hornkuh-Initiative
Die Hornkuh-Initiative im "Veg-Info" von SwissVeg. (Quelle)

Besorgniserregend ist auch, dass die Hornkuh-Initiative sich selber in der veganen Bewegung vernetzt hat. So war die Initiative letztes Jahr mit einem Stand an der Veganmania in Winterthur und einem Artikel im "Veg-Info" vertreten.

Armin Capaul möchte "den Tieren ihr natürliches Aussehen und ihre Würde wieder zurückzugeben." heisst es im Beitrag. Von den Direktzahlungen die TierausbeuterInnen bekommen sollen, steht perfiderweise nichts.

Dabei ist die Initiative das letzte was wir VeganerInnen unterstützen sollten: Nämlich Leuten für das Halten von Tieren Geld zu geben. 
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