Montag, 15. Dezember 2014

Review: "This Is Where I Leave You"


Corey Stoll, Tina Fey, Jason Bateman, Jane Fonda und Rose Byrne alle in einem Film. Tönt nach einem Film, der die Zuschauer ins Kino locken will, dann aber wahnsinnig enttäuscht. Nicht bei diesem Film.

Der Vater der Familie Altman ist gestorben. Diese Nachricht erreicht Judd Altman (Jason Bateman) gerade in einer Lage, die für ihn alles andere als gut ist. Er hat seine Frau inflagranti mit seinem Chef erwischt. Das heisst, er steht nun ohne Job und ohne Frau da. Und es wird noch schlimmer.

Aber auch seinen vier Geschwistern Paul (Corey Stoll), der es nicht schafft, Kinder mit seiner Frau Annie (Kathryn Hahn) zu bekommen. Ausserdem belastet ihn auch das frühere Verhältnis zwischen Annie und seinem Bruder Judd.

Philip der kleine Bruder ist immer noch nicht erwachsen geworden, gemäss den anderen Geschwistern. Er hat eine neue Beziehung mit einer deutlich älteren Frau begonnen. Aber offensichtlich ist es weder für ihn, noch für seine Partnerin die richtige Idee.

Was genau Wendy Altmans (Tina Fey) Problem ist, habe ich nicht ganz verstanden, selbst nach einem zweiten Anschauen nicht. Jedenfalls gibt es Spannungen mit ihrem Partner Barry. Aber scheinbar ist Wendy immer noch in den Jungen von nebenan verliebt.

Und dann wäre da noch die Mutter Hilary Altman. Ihr Problem ist etwas komplexer, als man im ersten Moment denken könnte. Ihr Mann ist verstorben, aber da ist noch mehr. Was das ist, stellt sich erst am Ende des Filmes heraus.

Jedenfalls landet der Rest der Familie zuhause mit all ihren Problemen und versammeln sich zum traditionellen jüdischen Trauerzyklus. Die Kinder sind erst verwundert, dass es der Wunsch ihres Vaters war ein solches Prozedere durchzuführen, war er doch ein Atheist.

Ben Schwartz als Rabbi, seltsam und lustig
Das Casting ist sehr gut, wie bereits am Anfang des Filmes erwähnt. Die Schauspieler spielen ihre Rollen auch sehr gut. Herrlich ist auch Ben Schwartz als Rabbi. So etwas von seltsam und lustig.
Der Film ist grundsätzlich eher deprimierend, mit einer leichten Note Zuversicht. Gags gibt es so gut wie keine, es handelt sich nicht um eine Klamauk-Komödie, wie man sie sonst von Jason Bateman erwarten würde. Gleichzeitig wartete ich immer darauf, dass es im Film zu einem finalen Knall kommt. Kam es aber nie. Ich bin mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Beispielsweise beim Film Crazy, Stupid Love gibt es eine Szene, wo richtig die Fetzen fliegen. Ich meine die Szene, als die Männer im Garten alle aufeinander losgehen, nachdem sie reagieren, wer von wem etwas wollte und hat. Solche Szenen gibt es in dieser Art bei This Is Where I Leave You nicht.

Die Frage ist nun, was ich aus diesem Film mitnehme. Unterhaltung eigentlich nicht besonders. Interessante Gedankengänge auch nicht. Eine schlau geschriebene Geschichte, die zum Beispiel zu einem gemeinsamen Punkt hinführt (wie bei Crazy, Stupid Love) eigentlich auch nicht. Eine gute Atmosphäre bietet der Film auf jeden Fall, zusammen mit den guten Charakteren. Am Schluss bin ich einfach nicht vollständig zufrieden. Dennoch ist This Is Where I Leave You ein solider, ja sogar guter Film.

7/10
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