Sonntag, 21. Dezember 2014

Review: "Men, Women and Children" (2014, deutsch: "#Zeitgeist")

Der Film fängt nach dem Epilog mit der Raumfähre Yoyager sehr skurill an. Adam Sandler versucht sich auf eine Porno-Seite einzuloggen, aber sein Computer ist nun nutzlos geworden durch die Massen an Malware. Er überlegt dann kurz ob er mit seiner Fantasie masturbieren soll, entschliesst sich aber schliesslich den Computer seines Sohnes zu verwenden. All dies erklärt eine Stimme aus dem Off. Wunderbar!



 Im Film scheinen alle irgendwie Probleme im Zusammenhang mit Computern oder dem Internet zu haben. Da haben wir einen, der mit dem Football-Spielen aufgehört hat und lieber Guild Wars spielt. Das eine Mädchen, das sich heimlich auf magersüchtigen Websites herumtreibt, nur um einem Jungen zu gefallen, der sie wie Dreck behandelt. Die Mutter, die den Computer, den Facebookaccount, das Handy, den Standort und alle Nachrichten ihrer Tochter analysiert. Der eine Football-Spieler, der sich gerne seltsame Pornos anschaut, und er dann sonst keinen mehr hochkriegt, als es soweit ist. Oder die Cheerleaderin, die anzügliche Fotos von sich ins Netz stellt. Und dann noch das Ehepaar, das sich – ohne es vom jeweils anderen zu wissen – übers Internet betrügt.

Dieses Internet scheint ja total böse zu sein. Das war in meinen Augen die Botschaft am Beginn des Filmes. Diese Botschaft ändert sich aber im Verlauf des Filmes. Eigentlich handelt es sich beim Internet einfach um eine andere Möglichkeit schlussendlich die gleichen Probleme zu haben wie früher. Das eine Mädchen hat falsche Vorstellungen von ihrem Körper oder dem Typen dem sie nachläuft, wahrscheinlich auch ohne Computer. Der andere Junge hätte wohl auch ohne Internet und Guild Wars mit dem Football aufgehört, die besorgte Mutter hätte ihre Tochter wohl anders kontrolliert. Der Football-Spieler wäre wohl auch ohne Internet auf seine seltsame Neigung gekommen und das Ehepaar hätte sich wohl auch ohne Internet betrogen. Letztlich hätte sich auch die Cheerleaderin völlig in falschen Vorstellungen verannt, selbst wenn es kein Internet gegeben hätte.

Ein Küsschen für den Guild Wars-Suchti :)
Diese Idee scheint mir ausgewogen und realistisch zu sein. Schlussendlich hätte ich nicht gedacht, dass ein Film, der mit einem masturbierenden Adam Sandler beginnt, derart romantisch (fast zu romantisch und kitschig offen gestanden) enden könnte.

7/10
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