Mittwoch, 4. Dezember 2013

Menschenrechte für Schimpansen: Eine Diskussion


Zitat von X:
wenn singer sagt, er möchte die würde des tieres auf ein menschliches erhöhen, senkt er dann nicht automatisch auch die würde des menschen auf die eines tieres?

Im Grunde genommen ist das ein Kategorienfehler. Für mich ist der Mensch bereits ein Tier.

Zitat von X:
unser wohlstand (und dahinter die industrielle tiertötung, die unwürdige haltung etc) ist nicht nur auslöser des problems das philosophiert wird, der wohlstand ist auch gleichzeitig dafür verantwortlich, das wir es ethisch und moralisch für nötig erachten, überhaupt da drüber zu sprechen, menschlicher mit tieren umzugehen;

Ich denke, dass moralisches Denken und insbesondere Handeln nicht mit Wohlstand direkt zu tun hat. Wenn du eben keine Wahl hast um zu überleben und eben ein Mammut töten musst, dann handelst du immer noch moralisch m.E. Spitzfindig ich weiss. Was aber (beispielsweise in den auf Descartes folgenden Jahrhunderten in der Wissenschaft mit Tieren) alles den Tieren angetan wurde, hat weder etwas mit Überleben noch mit "angenehm" leben zu tun. Es ist einfach schlichtweg grausam und unnötig, Tiere zu foltern, ohne dass man einen gleichwertigen Nutzen daraus ziehen kann.

Zitat von X:
singers ansatz ist nicht falsch, für eine moderne gesellschaft aber nicht (mehr) umsetzbar...der mensch steht über dem tier, gar nicht mal aus arroganz oder weil wir verneinen wollen, das tiere gefühle, gedanken, schmerzen oder dergleichen haben, sondern weil natur und evolution es so eingerichtet haben (daumen, der aufrechte gang, artikulation, ein bewusstsein und was das geschichts und bio-buch noch so hergibt)!

Es kommt jetzt einfach mal stark drauf an, wie du "über dem Tier" stehen definierst. (Achtung: Spitzfindigerweise wieder ein Kategorienfehler) Im Durchschnitt steht der Mensch wohl von der Intelligenz über den nicht-menschlichen Tieren. Aber nicht immer.
Aber irgendwie würde ich auch nicht behaupten, dass intelligente Menschen über "dummen Menschen" stehen, ich würde solche Kategorien einfach fallen lassen, weil sie mehr Schaden als Nutzen bringen.

Zitat von X:
ein menschenaffe ist kein mensch, auch wenn große ähnlichkeiten bestehen hat er das recht da drauf, nicht "zum menschen gemacht" zu werden, sondern als das respektiert zu werden, was und wer er ist - doch genau das darf nicht bedeuten, das wir dieses tier nach belieben misshandeln, quälen, missbrauchen, häuten, an die wand hängen, als teppich benutzen oder sonst wie "nicht respektieren"!

Das sind wieder so anthropozentrische Aussagen. Anthropomorphismus, als ein typischer Vorwurf gegen Versuche die Speziesgrenzen zu hinterfragen.
Im Grunde genommen ist es die gleiche Sache wie bei der Gender-Diskussion. Wenn wir davon ausgehen, dass Frauen zu politischen Entscheiden fähig sind und denen man nun auch das Wahlrecht gibt. Spricht man da von der "Vermännlichung" der Frau, nur weil bisher nur Männer dieses Recht inne hatten? Ich persönlich glaube ja nicht, dass man das so sagen kann. (Analog: Tiere die bis zu einem gewissen Grad "denken" können)
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