Freitag, 13. September 2013

Review: "Malcolm X" (1992)


Als Weisser etwas über eine schwarze Führungspersönlichkeit zu schreiben, ist heikel. Verzeiht mir also, wenn ich vielleicht etwas Falsches schreiben sollte.
Zuerst einmal finde ich es falsch, wenn eine unterdrückte Gruppe ihre Unterdrückung in Herrschaft umwandeln will. Sogenannte FeministInnen, die statt einer Gesellschaft, wo gender keine Rolle spielt, ein Matriachat haben wollen oder wie eben hier die Nation of Islam, die die white supremacy durch eine black supremacy (also eine schwarze Vorherrschaft statt einer weissen Vorherschaft) ersetzen wollen.
Malcolm X würde wohl abstreiten, dass er ein schwarzer Rassist sei, besonders nachdem er sich von der Nation of Islam gelöst hat. Dennoch finde ich es sehr bedenklich, wie pauschal der "Weisse Mann" (nicht ganz gender-konform) als "Weisser Teufel" betitelt wird.
Ich sage immer, dass Radikalismus an sich nichts böses ist, solange er nicht in Extremismus umschlägt. Malcolm X, und dafür bewundere ich ihn, hat es immer geschafft, nicht in den Extremismus abzugleiten. Mal abgesehen von der typisch amerikanischen Selbstverteidigunsideologie, die ich als Europäer nicht so ganz nachvollziehen kann, verzichtete Malcolm X immer auf Gewalt. Sein Motto war lange "the ballot or the bullet", Wahlurne oder Kugel.
Mich persönlich hat schon immer beeindruckt, wie diese Einstellung zu den eigenen Haaren bei den Schwarzen eine wichtige Rolle spielt und gespielt hat. Warum glätten sich schwarze Menschen die Haare? Um "weisser" zu sein? (Beispielsweise Beyoncé hat ihre Haare auch geglättet.) Ich glaube, man sollte sich so akzeptieren wie man ist und nicht irgendwelchen Schönheitsidealen hinterher rennen, besonders nicht, wenn die Prozedur mit enormen Schmerzen verbunden ist.
Es lohnt definitiv sich den 200-minütigen Film anzuschauen.
8/10
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