Dienstag, 9. April 2013

Review: "Allein"



Inhalt
Maria (Lavinia Wilson) eine junge Frau, die unter psychischen Problemen leidet, verbringt ihre Nächte mit wahllosen One-Night-Stands, die sie selber anekeln. Genau in dieser persönlichen Krise lernt Maria den Tiermedizinstudenten Jan (Maximilian Brückner) kennen, der sein Praktikum im nahen Zoo macht. Marias beste Freundin Sarah (Victoria Mayer), die immer zu Maria hält, hält auch Jan für eine ihrer kurzen Beziehungen. Es scheint auch zu funktionieren zwischen Jan und Maria, wenn da nicht auch noch der Ex-Lover von Maria, Wolfgang (gespielt von Richy Müller) wäre. Maria kann es kaum glauben, dass Jan Interesse an ihr findet und landet so bald wieder bei Wolfgang.

Kritik
Menschen sind unglücklich wenn sie allein sind. Man könnte fast schon sagen, dass die Einsamkeit die Menschen antreibt, bei allem was sie tun, denn alles was sie tun, tun sie um die Einsamkeit zu vermeiden. So geht es auch Maria im Film „Allein“, die offensichtlich unter dem Borderline-Syndrom leidet, was sie, zumindest teilweise, unfähig macht zu sozialen Beziehungen. Niemand möchte gerne alleine sein, auch Maria nicht. Aber genau ihre psychische Krankheit legt ihr Steine in den Weg, dieser schrecklichen Leere, eben diesem Gefühl allein zu sein, zu entrinnen. So ist auch der exzessive Alkoholkonsum Marias im Film zu begründen.
Lavinia Wilson, welche die Rolle der Maria wirklich sehr gut spielt, wirkt sehr schwermütig. Man nimmt ihr absolut ab, dass sie selbstverletzende Tendenzen hat, wenn sie sich zum Beispiel gegen Schluss des Films mit dem Taxifahrer anlegt.
Ihr schwermütiger Stil erinnert leicht an den von Julianne Moore.
Dennoch darf diese hervorragende schauspielerische Leistung nicht darüber hinweg täuschen, dass der Film an sich viel zu durchschaubar ist von Anfang bis Schluss. Die Charaktere wirken manchmal wie Prototypen. Wolfgang (Richy Müller) scheint wie ein wandelndes Vorurteil zu sein: Es ist unglaubwürdig, dass es tatsächlich solche reichen, arroganten Schnösel gibt, die Frauen mit „du bist doch mein kleines Mädchen“ ansprechen und sie dabei zu allem Überfluss auch noch mit Daumen und Zeigefinger am Kinn berühren. Alles zusammengeworfen wirkt einfach ein wenig billig.
7/10

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